Geistliches Wort für April / Mai 2021


WBuettner weiss 500pxie lieblich sind deine Wohnungen, HERR Zebaoth! Meine Seele
verlangt und sehnt sich nach den Vorhöfen des HERRN; mein Leib
und Seele freuen sich in dem lebendigen Gott. Der Vogel hat ein
Haus gefunden und die Schwalbe ein Nest für ihre Jungen – deine
Altäre, HERR Zebaoth, mein König und mein Gott. Wohl denen, die
in deinem Hause wohnen; die loben dich immerdar.
Psalm 84,2-5

Wohnungsnot in Berlin! Wer in diesen Tagen versucht, eine Wohnung für sich zu finden, muss mit vielen Enttäuschungen leben. Bezahlbarer Wohnraum ist kaum vorhanden, sodass sich viele Menschen um wenige Wohnungen bewerben. Hierbei ist manche Wohnung nicht unbedingt in einem guten Zustand. Wer dann doch eine Wohnung gefunden hat, den kann man nur beglückwünschen.

Anders sieht der Wohnungsmarkt bei Gott aus! Lieblich sind die Wohnungen Gottes. Geradezu staunend steht der Beter des 84. Psalms vor den Wohnungen, die Gott für die Seinen bereithält. Schön sind sie anzusehen. Gern möchte der Beter dort einziehen. Seine Sehnsucht nach dem Heiligtum ist seinen Worten überdeutlich zu entnehmen. Mit seiner ganzen Existenz sehnt er sich nach der heiligen Stätte. Ein tiefes Verlangen, im Haus Gottes zu sein, übermannt den Beter. Während er staunend in den Vorhöfen des Herrn steht, sieht er Vögel, die ein Haus gefunden, und Schwalben, die ein Nest gebaut haben. Für ihn sind sie geradezu ein Symbol für den Schutz und die Geborgenheit durch Gottes Gegenwart und für seine Nähe. Diese Gegenwart Gottes erfährt der Beter selbst in besonderer Weise an den Altären. Darum preist er Gott als König. Glückselig können sich diejenigen schätzen, die ein Wohnrecht im Hause Gottes haben. Dies schließt die Gewissheit ein, mit jedem Anliegen nach Hause zu Gott kommen zu dürfen, sich allezeit vertrauensvoll an ihn wenden zu können.

Jesus Christus selbst bezieht sich auf diesen 84. Psalm: In meines Vaters Hause sind viele Wohnungen. Wenn’s nicht so wäre, hätte ich dann zu euch gesagt: Ich gehe hin, euch die Stätte zu bereiten? (Johannes 14,2). Im Haus Gottes gibt es viele Wohneinheiten. Der Herr selbst ist vorangegangen, diese Wohnungen für die Seinen vorzubereiten. Denn durch die Heilige Taufe sind wir als Kinder Gottes Erben des ewigen Lebens und haben ewiges Wohnrecht geschenkt bekommen. „An mir soll man die Seligkeit empfangen“ lesen wir an unserem Taufstein in St. Marien. Seit der Gemeindegründung vor 60 Jahren sind viele durch die Heilige Taufe in das Eine Volk Gottes – die Kirche – hineingetauft worden: Säuglinge, die von Eltern und Paten zur Heiligen Taufe getragen wurden; Kinder, die schon selbst voller Freude fröhlich am Taufstein ihr Ja gesprochen haben; Erwachsene aus vielen Ländern dieser Erde, die an diesem Taufstein das Sakrament der Heiligen Taufe empfangen haben. Die Taufe ist das Tor zur Ewigkeit. Sie ist die Eingangstür zum Haus Gottes. Durch die Taufe steht der Name eines Getauften, der sein Leben mit Gott führt, an der himmlischen Wohnungstür. Wann der Umzug aus dieser Zeit in die Ewigkeit erfolgt, ist Gottes Sache. Der Getaufte hat sich als Glaubender in dieser Zeit zu bewähren.

In dieser Zeit der Bewährung braucht der Getaufte die Gemeinschaft am Altar. Denn dort erfährt er die Gegenwart des Herrn auf besondere Weise: Christi Leib und Blut unter Brot und Wein. So lädt der Herr als Gastgeber die Seinen zu Tisch, um sie zu stärken, zu trösten, zu erfreuen. Seit 60 Jahren lädt Jesus Christus in St. Marien dazu ein, an seinem Tisch Platz zu nehmen und mit ihm zu feiern. Unzählige Christen sind seither seine Gäste gewesen. Auch in dieser krisenhaften Zeit bleibt das Angebot, mit Jesus Christus durch seinen Leib und Blut Gemeinschaft zu haben, bestehen. Denn durch die gewährte und geschenkte Gemeinschaft mit dem Herrn wird auch Gemeinschaft untereinander gestiftet. Diese durch Christus gegründete Gemeinschaft untereinander lässt in den Krisen des Lebens und den Herausforderungen dieser Zeit die Hoffnung nicht zuschanden werden. Denn der christliche Glaube lebt von der Gemeinschaft mit dem Dreieinigen Gott, lädt in die Gemeinschaft der Kirche ein und trägt in Gemeinschaft Gebete vor Gott.

Gebete des Dankes und der Anbetung Gottes, aber auch der Klage und der Fürbitte sind in den vergangenen sechs Jahrzehnten in unserer St. Mariengemeinde vor Gott getragen worden. Manche Tränen der dankbaren Freude und tiefen Erleichterung sind nach Erhörung von Gebeten geflossen, aber auch etliche Tränen der Anfechtung und Verzweiflung. Doch erweist sich Jesus Christus als Seelsorger, der für die Seinen und ihre Seelen Sorge trägt. So manche Sorge konnten die Gemeinde und ihre Glieder eben diesem einen Seelsorger abgeben und auf seine Hilfe vertrauen.

Der Dreieinige Gott schenke unserer St. Mariengemeinde festen Glauben, brennende Liebe und unerschütterliche Hoffnung. Er lege allen Segen auf seine Gemeinde mit ihren Gliedern und Gästen. Er lasse weiterhin St. Marien auf Jesus Christus hin wachsen und zunehmen. Er gebe ihr Bekennermut sowie alle nötige Kraft, Zeuge des gekreuzigten und auferstandenen Herrn zu sein, damit seine Botschaft durch Wort und Tat in diese leidzerrissene Welt getragen werde.

So zieht die St. Mariengemeinde mit ihren Gliedern in der Gemeinschaft der Einen Kirche durch diese Zeiten zu ihrem Herrn und Haupt: Jesus Christus. Zu beglückwünschen ist derjenige, der im Hause Gottes wohnt zu seinem Lob und Preis!

Herzliche Grüße
Ihr Pastor Markus Büttner